Sweet as sugar: Alternativen zu Haushaltszucker

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Zucker hat einen schlechten Ruf. Zu Recht, denn er kann für Übergewicht, Diabetes und andere Krankheiten verantwortlich sein. Seit einigen Jahren kommen immer mehr Zuckeralternativen auf den Markt und werden als DIE Alternative zum „bösen“ weißen Haushaltszucker gehypt. Aber sind diese Alternativen wirklich so gut wie es heißt? Um solche eine Zuckeralternative bewerten zu können, sollte man sich an einigen Kriterien orientieren. Diese sind unter anderem der Kaloriengehalt, der glykämische Index (GI), der Hinweis auf Fructosegehalte liefern kann, Herkunft, Reinheitsgrad und Süßkraft. Auch die Inhaltsstoffe (die bei Naturprodukten wie Honig und Ahornsirup existieren) kann man bewerten sowie Verwendungsmöglichkeiten und ob die Zuckerart kariogen wirken kann.

Im Folgenden stellen wir euch einige Zuckeralternativen einmal genauer vor.

 

Dattelzucker/Dattelsüße

Dattelzucker wird aus getrockneten und entsteinten Datteln hergestellt, die zuerst erhitzt und dann weiter getrocknet werden um anschließend zu Zuckerkristallen vermahlt oder in Sirupform gebracht zu werden. Diese Haushaltszuckeralternative enthält im Vergleich zu Zucker Nährstoffe wie zum Beispiel Magnesium und Kalium, besteht aber nur aus Fructose. Beim Backen kann es 1:1 ersetzt werden mit normalem Zucker.

Rohrohrzucker

So wie der Rübenzucker aus Rüben gewonnen wird, wird Rohrzucker aus dem Zuckerrohr gewonnen. Es gibt hellen und dunklen Rohrzucker. Bei der hellen Variante werden die braunen Zuckerkristalle im Anschluss gewaschen, zentrifugiert und getrocknet, sodass diese heller werden. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass es wirklich Rohrzucker ist und nicht bloß braun gefärbter Zucker.

Ahornsirup

Ahornsirup ist genau wie Honig ein Naturprodukt mit Nährstoffen und besteht im besten Falle nur aus kanadischen Ahornbaumsaft. Im besten Fall, weil in Europa durchaus gepanschter Ahornsirup mit Zuckerwasser im Handel gelangen kann, da der Begriff nicht geschützt ist. Bei Ahornsirup sollte man deshalb immer auf Bio-Qualität achten. Glykämischer Index (GI): 43

Agavendicksaft

Enthält viel Fructose, welcher den Blutzucker nicht sehr ansteigen lässt und hat deshalb einen sehr geringen GI von gerade einmal 11. Fruchtzucker ist in hohen Maße aber keinesfalls besser als Saccharose bzw. Glucose.

Honig

Honig gilt gemeinhin als gesund. Um aber von den positiven Inhaltsstoffen zu profitieren, müsste man erhebliche Mengen davon konsumieren. Hervorzuheben ist jedoch, dass Honig ein reines Naturprodukt ist. Im Handel sollte man vor allem darauf achten, dass er aus Deutschland kommt. Oft gibt es nämlich Mischhonige aus aller Herren Länder.

Zuckerrübensaft/Rübenkraut

Kann ebenso wie Honig aus der Region bzw. aus Deutschland kommen (Ernte: September-Oktober) und ist somit unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit als positiv zu bewerten. Es ist auch ein natürliches Produkt und kann mit einigen Inhaltsstoffen glänzen, z.B. Folsäure Magnesium und Eisen. Zuckerrübensaft hat einen malzig-karamelligen Geschmack, der sich gut in Kuchen (vor allem Früchtebrot) macht.

Kokosblütenzucker

Kokosblütenzucker hat nur geringfügig weniger Kalorien als normaler Haushaltszucker, lässt den Blutzucker jedoch nicht so stark ansteigen, da es einen niedrigen glykämischen Index hat. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass es aus einem nachhaltigen Anbau stammt. Gewonnen wird dieser bräunliche Zucker aus dem Nektar der Kokospalme, der entweder aufkocht wird oder mittels Vakuum-Dampf-Verfahren kristallisiert wird. Neben dieser Kristallzuckervariante gibt es mittlerweile auch schon Kokosblütenzuckersirup. Gut zu wissen: Kokosblütenzucker schmeckt kein bisschen nach Kokos, sondern nach Karamell.

Zuckeralkohole wie Erythrit, Mannit, Sorbit & Xylit

Diese werden als Zuckeraustauschstoffe eingesetzt. Sie werden wie herkömmlicher Zucker verwendet und besitzen eine Energiedichte von ca. 2,4-4 g Kalorien pro Gramm. Fructose zählt ebenfalls zu den Zuckeraustauschstoffen, ist aber im Gegensatz zu allen anderen Stoffen kariogen. Beim Verzehr größerer Mengen dieser Zuckerarten kann blähend und auch abführend wirken.

Süßstoffe wie Aspartam, Acesulfam, Saccharin und Stevioglykoside

Sie ersetzen die Süßkraft des Zuckers, nicht aber deren Masse. Sie dürfen nur sehr sparsam eingesetzt werden, da sie ebenfalls in größeren Verzehrsmengen abführend wirken können. Süßstoffe sind frei von Kalorien und nicht kariogen. Aspartam wird u.a. in der Schweinemast eingesetzt, da es appetitfördern wirkt und so zu einer vermehrten Kalorienaufnahme führen kann. Stevioglykoside gelten noch oft als Naturprodukt, wer sich aber den langwierigen Herstellungsprozess ansieht, kommt aber dann oft zum Umkehrschluss.

Fruchtzucker/Fructose

Fructose wird im Gegensatz zur reinen Glucose oder anderen Zuckerarten wie Mannose & Co. direkt in die Leber geleitet. Dies birgt die Problematik einer Fettleber bei stark übermäßigem Konsum des Fruchtzuckers. Besonders Bananen, Birnen und Weintrauben haben hohe Fructosegehalte.

>>> Fazit <<<

Es gibt nicht DIE Alternative zum Haushaltszucker. Jede der hier aufgeführten Zuckersorten hat ihre Vor-und Nachteile. In puncto Nachhaltigkeit/Regionalität liegen Honig und Zuckerrübensirup vorne. Schaut man sich die Zuckerquellen an, die über Nährstoffe verfügen, blickt man auf Ahornsiup, Honig und Zuckerrübensirup. Bei Low Carb ist Xylit eine Wahl. Wer Süße ohne Kalorien möchte, greift zu Süßstoff (man beachte die Nebenwirkungen). Und wer seinen Blutzuckerspiegel nicht allzu sehr in die Höhe schießen lassen will, schaut sich Kokosblütenzucker und Agavendicksaft an. Man muss auch immer die Dosierung im Auge haben, manches lässt sich 1:1 durch Haushaltszucker ersetzen, manches nicht. Und der Preis lässt bei einigen hier aufgeführten Produkten zwar nicht den Blutzucker hochschießen, aber dafür den Blutdruck 😉

Tendenziell gilt also: Gesund ist keiner dieser Zuckeralternativen. Ebenso wie Haushaltszucker sollte man die aufgeführten Produkte auch nur sparsam einsetzen und nicht nur eine Zuckersorte verwenden, sondern unterschiedliche. Kuchen mit Honig, Zuckerrübensirup oder Kokosblütenzucker schmeckt nochmal ganz anders als Kuchen mit Haushaltszucker. Zu seinem morgendlichen Porridge oder den Overnight Oats reicht Obstsüße aus Bananen, Beeren oder Äpfeln aus und es bedarf keiner weiteren Süße. Die Vorliebe für starke Süße ist zudem antrainiert und kann man sich auch wieder abgewöhnen: Einfach jeden Tag etwas weniger Süße zugeben und schon bald gewöhnt man sich an den Geschmack.

Süße Grüße vom Byofit-Team!

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